Elektroauto Stromkosten und Strompreisbremse berechnen in 2023

In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr für euer Elektroauto Stromkosten berechnen und senken könnt. Wir vergleichen die Strompreise des E-Autos und ermitteln die mögliche Ersparnis im Vergleich zu einem Verbrenner. Ich gebe euch auch einen aktuellen Ausblick in die Strompreisbremse in Deutschland, welche auch für E-Autos relevant sein wird. Jeder kennt die teilweise untertägig stark schwankenden Preise für einen Liter Diesel oder Benzin an den Tankstellen und kann mittels seines Verbrauchs die Kosten des Verbrenners je 100 km ausrechnen. Aber wie verhalten sich die Stromkosten bei einem Elektroauto? Mit welchem Stromverbrauch des E-Autos muss ich rechnen und wie weit komme ich mit einer Kilowattstunde Strom? Diese und weitere Fragen möchte ich mit euch an Hand einiger Beispiele und Vergleiche nachgehen.

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Elektroauto Stromkosten und Strompreisbremse berechnen in 2023

Elektroauto Stromkosten – Was ist eine Kilowattstunde Strom und was kann ich damit machen?

1 Kilowattstunde (abgekürzt kWh) Strom ist die Menge elektrischer Energie, mit der man Stromgeräte je nach Leistung eine bestimmte Zeit betreiben kann.

Die elektrische Leistung eines Geräts in Kilowatt (kW), ist die in einer Zeitspanne umgesetzte elektrische Energie in Kilowattstunde (kWh) bezogen auf diese Zeitspanne.

Beispiele:

Ein Staubsauger mit einer Leistung von 1 kW (umgerechnet 1.000 Watt) verbraucht in einer Stunde voller Nutzung 1 kWh.

Wenn ich einen älteren Staubsauger mit einer Leistung von 2 kW (2.000 Watt) nutze kann dieser mit 1 kWh nur 0,5 Stunden, also 30 Minuten betrieben werden.

Eine Schuko-Steckdose mit einer Leistung von 2,3 kW lädt 1 kWh mittels eines Notstromladekabels innerhalb von ca. 26 Minuten in euer Elektroauto.

Wallboxen mit einer Leistung von 11 kW bzw. 22 kW benötigen für 1 kWh ca. 5 Minuten und 30 Sekunden bzw. 2 Minuten und 45 Sekunden.

Das Elektroauto fährt mit einer 1 kWh Strom eine Strecke von ca. 5 km unter der Annahme eines Durchschnittsverbrauchs von 20 kWh je 100 km.

Ein Elektroauto mit einer Jahreskilometerfahrleistung von 10.000 km verbraucht 2.000 kWh Strom unter der Annahme eines Durchschnittsverbrauchs von 20 kWh je 100 km.

Wie lange könnte ich mit dem Akku des E-Autos meinen Haushalt versorgen?

Da die Akkugrößen der Elektroautos der verschiedenen Hersteller und Modelle unterschiedlich sind, nehmen wir eine Größe von 50 kWh an.

Wenn dein Haushalt im Jahr 4.000 kWh Strom verbraucht, sind das unter der Annahme, dass ihr jeden Tag die gleiche Menge Strom verbraucht ca. 10,96 kWh Strom pro Tag.

Rechnung:  4.000 kWh / 365 Anzahl Tage im Jahr = ca. 10,96 kWh Strom pro Tag

Also könntet ihr mit der oben angenommen Akkugröße euren Haushalt 4,5 Tage oder 108 Stunden versorgen.

Rechnung: 50 kWh / 10,96 kWh = ca. 4,5 Tage.

Wenn euer Haushalt nur 2.000 kWh Strom im Jahr verbraucht, könnte der angenommen Akku ganze 9 Tage den Strom bereitstellen.

Wo kann ich mit meinem Elektroauto Autostrom laden?

1) Laden an öffentlichen Ladesäulen

Der klassische und für die meisten zugängliche Weg ist das Laden eures Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen, zum Beispiel während des Einkaufes auf dem Supermarktparkplatz oder bei Autobahnfahrten während der Pausen an den Raststätten.

Hierbei werden Ladesäulen in Normallader mit einer Leistung von bis zu 22 kW und Schnelllader mit einer Leistung über 22 kW und bis 350 kW oder mehr unterschieden.

Das Laden an Normalladesäulen ist meist günstiger als bei Schnellladern. Das liegt zum Einen an den größeren Investitions- und Netzanschlusskosten für Schnelllader und zum Anderen, dass ich in gleicher Zeit mehr Leistung erhalte. Wegen der größeren Leistung hast du den Vorteil dein E-Auto in kürzerer Zeit mit Autostrom aufladen zu können.

2) Laden beim Arbeitgeber während der Arbeit

Mittlerweile bieten manche Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern an, ihr Elektroauto während der Arbeitszeit vergünstigt oder kostenlos auf dem Firmenparkplatz meist mit Normalladesäulen zu laden. Der Arbeitgeber erhält aktuell für den Aufbau der Ladeinfrastruktur eine Förderung und trägt mit einer vergünstigten Lademöglichkeit auch zur Mitarbeiterbindung bei.

Sprecht euren Chef darauf an, falls auf eurem Firmenparkplatz noch keine Lademöglichkeit besteht.

3) Laden zu Hause

Ein wichtiger Unterschied beim Laden zu Hause ist, ob ich selbst Mieter oder Eigenheimbesitzer bin.

Leider sind Mieter aktuell sehr davon abhängig, welche Lademöglichkeit ihm sein Vermieter zur Verfügung stellt. Auch wenn der Mieter mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Lademöglichkeit hat, kann der Vermieter die Kosten dafür zu 100 % auf den Mieter abwälzen. Und die Kosten können je nach baulicher Gegebenheit sehr hoch ausfallen. Sprecht einfach euren Vermieter an, vielleicht gibt es für euch ja doch eine sinnvolle und günstige Lösung.

Anders verhält es sich bei den circa 16 Millionen Eigenheimbesitzern in Deutschland, die den Vorteil haben, sich selbst um den Aufbau Ihrer Ladeinfrastruktur kümmern zu können, indem sie sich zum Beispiel eine Wallbox an ihr Haus, dem Carport oder in die Garage von einem Elektrofachmann installieren lassen. Auch hier sind je nach baulichen Voraussetzungen die Installationskosten vorher zu bewerten.

Wie werden die Stromkosten eines Elektroautos berechnet?

Um einen Vergleich der Stromkosten eines Elektroautos mit anderen Antriebsarten durchzuführen, benötigt man den eigenen Durchschnittsverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer (km). Dieser wird multipliziert mit dem Strompreis in ct/kWh, zu dem der Strom gekauft wurde.

Beispielrechnung Stromkosten Elektroauto: 20 kWh pro 100 km ergeben bei einem Strompreis von 30 ct/kWh Kosten in Höhe von 600 Cent, also 6 €.

Stromkosten Vergleich Elektroauto vs. Kraftstoffkosten Verbrenner

Stromkostenvergleich Verbrenner mit Elektroauto auf 100 km. Es handelt sich hierbei NICHT um einen Vollkostenvergleich für die Anschaffung, Wartung, Steuer, Versicherung etc. der Autos. Bei der Angabe des Durchschnittsverbrauchs des Elektroautos von 20 kWh auf 100 km bin ich sehr konservativ herangegangen – andere Portale rechnen hier mit Richtung Elektromobilität wohlwollenderen 15 kWh je 100 km. Falls ihr einen besonders sparsamen Verbrenner habt, stelle ich euch bei Bedarf in Zukunft gern einen Onlinerechner zur Verfügung um eure individuellen Kosten zu berechnen. Bei den Durchschnittsverbräuchen des Benziners oder Diesels habe ich mich an den Veröffentlichungen von statista orientiert!

 

Update Oktober 2022 – Stromkosten Vergleich Elektroauto vs. Kraftstoffkosten Verbrenner

Elektroauto Stromkosten berechnen und vergleichen - Oktober 2022.

Aufgrund der weiter gestiegenen Energiepreise im Jahr 2022 wurde der Stromkostenvergleich der Elektroautos mit den Verbrennern aktualisiert. Der Tankrabatt wird seit dem 01.09.2022 nun nicht mehr berücksichtigt.

Der Stromverbrauch der Elektroautos (20 kWh) und der Kraftstoffverbrauch von Benzinern (7,8 Liter) sowie Dieselfahrzeugen (7 Liter) pro 100 km wurde im Vergleich zur letzten Auswertung beibehalten. Da noch keine Jahresdurchschnittswerte zur Verfügung stehen, wurden folgende Stromkosten für Elektroautos und Kraftstoffkosten für Verbrenner inkl. MwSt. mit Stand 04.10.2022 angesetzt:

  • Verbrenner Benzin E10 – 1,88 € je Liter
  • Verbrenner Diesel – 2,01 € je Liter
  • Elektroauto öffentliche Ladesäule Schnelllader – 0,625 € je kWh
  • Elektroauto öffentliche Ladesäule Normallader – 0,49 € je kWh
  • E-Auto zu Hause laden – 0,40 € je kWh
  • E-Auto zu Hause laden mit eigener Photovoltaik-Anlage – 0,086 € je kWh für die entgangene Einspeisevergütung

Fazit und Ausblick Stromkosten Elektroauto und Hinweis Strompreisbremse

👉 Trotz weggefallenem Tankrabatt sind die Preise für Benzin und Diesel vergleichbar mit der letzten Auswertung vom Juli 2022, siehe.

👉 Es wurden wieder Autostromtarife mit Adhoc-Laden oder mit vorheriger Registrierung verglichen. Stromtarife für euer Elektroauto an den öffentlichen Ladesäulen mit Vertragsbindung, monatlicher Grundgebühr oder abweichenden Roamingtarifen sind nicht im Vergleich enthalten. Blockiergebühren und Gebühren je Ladevorgang wurden nicht berücksichtigt!

👉 Beim Preis der Autostromtarife für die Schnellladsäulen wurden EWE Go GmbH im Tarif EWE Go mit 52 ct/kWh, EnBW mobility+ AG & Co. KG im Standard Tarif mit 55 ct/kWh, IONITY im IONITY DIRECT mit 79 ct/kWh und neu dabei Shell Recharge mit 64 ct/kWh berücksichtigt.

👉 Der Kostenvorsprung des Elektroautos an der öffentlichen Schnellladesäule (DC) im Vergleich zu den Spritkosten des Verbrenners bleibt bei den bisher betrachteten Autostromtarifen noch stabil. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Preise in nächster Zeit steigen werden.

👉 Der Kostenvorsprung für das Normalladen (AC) ist weiter vorhanden, gerät allerdings je nach eigenem Stromvertrag für das zu Hause laden oder an der öffentlichen Ladesäule auch unter Druck.

👉 Für das Laden des E-Autos mit der eigenen PV Anlage sind die Kosten pro 100 km durch die gestiegene Einspeisevergütung (6,24 ct/kWh auf 8,6 ct/kWh ) leicht gestiegen (1,25 € auf 1,72 €). Gilt für neu angeschlossene PV Anlage mit Überschusseinspeisung und einer Nennleistung der PV-Anlage bis 10 kWp seit dem 30.07.2022 (Osterpaket der Bundesregierung).
Im nächsten Kapitel zeige ich euch die möglichen Auswirkungen der Strompreisbremse des E-Autos in Deutschland!

Welche möglichen Auswirkungen hat die Strompreisbremse 2023 für das E-Auto in Deutschland?
Welche möglichen Auswirkungen hat die Strompreisbremse 2023 für das E-Auto als Kostenbremse in Deutschland?

Strompreisbremse E-Auto in Deutschland und Auswirkungen 2023

Wie soll nach aktuellem Stand die Strompreisbremse in Deutschland für 2023 funktionieren?

Die Strompreisbremse als Teil der Energiepreisbremse soll ab Januar 2023 gelten und dazu beitragen, dass die Stromkosten insgesamt sinken – also auch für Elektroautofahrer. Im Detail soll der Strompreis für Privathaushalte, kleine sowie mittlere Firmen auf 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gedeckelt werden. Dies gilt allerdings nur für eine Basis von 80 % des Vorjahresverbrauch in kWh. Aktuell unklar ist, in welcher Höhe sich der Strompreis für die restlichen 20 % oberhalb des Strompreisdeckels bewegt. Finanziert werden soll die Maßnahme aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung durch Abschöpfung von Zufallsgewinnen der Stromproduzenten.

Wie hoch sind die Kosten der Strompreisbremse für mich als privater Verbraucher?

Hat euer Haushalt beispielweise einen Vorjahresverbrauch von 4.000 kWh, dann werden 3.200 kWh als Basisverbrauch angerechnet. Das ergibt für den Basisverbrauch Stromkosten in Höhe von 1.280 € brutto (Rechnung: 3.200 kWh * 40 ct/kWh / 100). Details für die Kosten oberhalb der 80 % des Basisverbrauchs sind noch nicht bekannt. Diese werden sich dann sicher oberhalb der 40 ct/kWh bewegen.

Welche möglichen Auswirkungen im Detail hat die Strompreisbremse auf das Laden vom E-Auto?

Für das Laden des Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen sehen wir gerade bei den Schnellladern in 2022 bereits Strompreise in Höhe von 50 bis 70 ct/kWh oder mehr. Ich gehe nicht davon aus, dass die Preise an den öffentlichen Ladepunkten durch die Strompreisbremse gedeckelt werden. Meine Vermutung ist, dass die Ladesäulenanbieter zur Unternehmensgröße oberhalb der mittleren Unternehmensgröße gezählt werden könnten.

Das Laden des E-Autos beim Arbeitgeber könnte vom Strompreisdeckel profitieren, wenn die Unternehmensgröße als klein bis mittel eingestuft wird. Problematisch könnte hier der generell steigende Strombedarf durch den Zukauf weiterer Elektroautos werden. Beim Laden an der Ladesäule oder Wallbox des Arbeitgebers wird dann der Stromverbrauch im jeweiligen Jahr stark steigen. Das hat eine schnellere Überschreitung des 80 prozentigen Vorjahresbasisverbrauch zur Folge.

Für alle Elektroautofahrer, die ihr E-Auto an der eigenen Wallbox im Privathaushalt laden, wird der Strompreisdeckel als Kostenbremse greifen. Allerdings hängt die Wirkungsweise von der individuellen Situation ab.

Hat man sich das Elektroauto kürzlich angeschafft, dann ist der Vorjahresverbrauch in kWh des Privathaushalts sehr gering im Vergleich zu der Strommenge, die man im Folgejahr des Strompreisdeckels haben wird. Folglich wird man den Deckel trotz Energiesparmaßnahmen schnell überschreiten, so dass die Kosten aktuell kaum planbar sind.

Hat man hingegen das E-Auto bereits im gesamten Vorjahr auch zu Hause geladen, wird dieser Stromverbrauch für die Berechnung des Deckels der Strompreisbremse angerechnet werden.

Ebenso individuell und entscheidend könnte das Anschaffungsjahr einer etwaig vorhandenen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) sein. Wurde kürzlich eine PV-Anlage mit dem Ziel angeschafft, auch das bereits vorhandene E-Auto mit Sonnenstrom zu laden, wird man verhältnismäßig mehr von der Strompreisbremse profitieren. Der Vorjahresverbrauch wird größer sein, als der Verbrauch im Folgejahr der Energiepreisbremse, in der die neue PV-Anlage genutzt wird.

Wie sich die Stromkosten im Jahr der Strompreisbremse entwickeln werden, hängt maßgeblich von den unbekannten Preisen oberhalb des Strompreisdeckels, individuellen Vorjahresverbrauch und den Energiesparmaßnahmen ab. Denn bei aller Kostenbetrachtung – Strom sparen und die Tipps zur Energieeinsparverordnung zu beachten, bleibt weiter die wichtigste Maßnahme in der Energiekrise.

Strompreisbremse Elektroauto als Kostenbremse – abschließende Anmerkung:

In den skizzierten Szenarien gehe ich davon aus, dass sich der Strompreis in 2023 oberhalb der 40 ct/kWh bewegt. Sollte dies nicht so sein, könnte man wie jetzt auch Stromtarife unterhalb der 40 ct/kWh abschließen. Dann müsste man sich keine Gedanken über eine Überschreitung des Basisverbrauchs machen, weil dieser je nach Tarif dann abgegolten ist.

Wie sich die Strompreisbremse als Kostenbremse für das Elektroauto im Details auswirken wird, kann aktuell kaum einer seriös voraussagen.

Wie kann ich die Stromkosten für mein E-Auto senken?

1) Autostrompreisvergleich an öffentlichen Ladesäulen

Die verschiedenen Stromanbieter (E-Mobilitätsprovider kurz EMP) der öffentlichen Ladesäulen bieten die Möglichkeit an, zu unterschiedlichen Stromtarifen in Euro pro Kilowattstunde (€ / kWh) zu laden.

Dabei unterscheidet man den Strompreis bei teurem Ad-hoc Laden ohne vorherige Registrierung beim EMP oder meist etwas günstiger mit vorheriger Registrierung, dafür teilweise mit fester Grundgebühr pro Monat.

Welches Preismodell sich für euch lohnt, hängt von eurer Jahreskilometerleistung ab, mit der ihr elektrisch unterwegs seid. Wenn ihr euch einen Rechner für den Stromkosten Vergleich für Elektroautos wünscht, schreibt mich gern unter info@elektroautofahrer.net an!

Die Preise an den öffentlichen Ladesäulen variieren bundesweit sehr stark, je nachdem bei welchem E-Mobilitätsprovider ihr Ad-hoc oder mit euren Autostromtarif oder ihr an einem Normallader oder Schnellader laden wollt.

Hintergrund sind die sowohl unterschiedlichen Kosten für den Netzanschluss und Betrieb der Ladesäulen je Stromnetzgebiet als auch, dass jeder Ladestationsbetreiber (Charge Point Operator kurz CPO) und E-Mobilitätsprovider über seine Marge natürlich irgendwann auch Gewinne erwirtschaften möchte.

Für den Autostrompreisvergleich an den öffentlichen Ladesäulen der verschiedenen Ladesäulen gibt es diverse Apps. Ich möchte hier nur einen kleinen zufällig gewählten Auszug geben:

Tipp: Bei homeandsmart erhaltet ihr einen Überblick, der von Stiftung Warentest unter die Lupe genommenen Apps zum Laden von Elektroautos.

Wichtig zu wissen ist, dass nach meinem aktuellen Kenntnisstand keine dieser Apps annähernd alle Ladesäulen bundesweit abdecken. Wenn man also in seiner Region oder bei längeren Fahrten Wert darauf legt, günstig Strom zu tanken, sollte man sich vorher informieren.

2) Autostrom beim Arbeitgeber

Hier seid ihr vom vorgegeben Stromtarif eures Arbeitgebers abhängig. Fragt am besten euren Chef zu welchem Strompreis in € / kWh das Laden eures Elektroautos auf dem Firmenparkplatz möglich ist.

3) Autostrom beim Laden zu Hause

Die Mieter sind hier in den meisten Fällen von den Stromtarifen des Vermieters abhängig. Wenn ihr die Möglichkeit habt, einen Tarif für einen eigenen Stromzähler abzuschließen, könnt ihr durch einen Strompreisvergleich Geld sparen.

Ansonsten fragt euren Vermieter, wie hoch die Stromkosten für das Laden eures Elektroautos sind und ob es die Möglichkeit gibt, den Stromtarif zu wechseln, um damit euren Autostrompreis zu senken.

Als Eigenheimbesitzer könnt ihr den Tarif für eure Wallbox, welche entweder direkt an euren Haushaltsstromzähler (gemeinsame Messung betrifft ca. 90 % der Fälle) oder an einem separaten Zähler per getrennter Messung angeschlossen ist, selbst wählen und euch auf Preisvergleichsportalen wie z.B. PREISVERGLEICH.de informieren, um in einen günstigeren Stromtarif zu wechseln.

Elektroautofahrer haben als Eigenheimbesitzer den Vorteil, Ihren Strom über eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) selbst zu erzeugen, um ihr E-Auto noch günstiger aufladen zu können. Der Strompreis resultiert dann aus der verzichteten Einspeisevergütung, deren Höhe richtet sich nach der Nennleistung der PV-Anlage und dem Registrierungsmonat bei der Bundesnetzagentur.

Das waren nun eine ganzen Menge Beispiele und Zahlen, kommen wir nun zu

Fazit Vergleich Stromkosten Elektroauto

Nach der obigen Beispielrechnung, habt ihr mit eurem Elektroauto den Vorteil, dass ihr die Kosten durch die Nutzung von Autostrom im Vergleich zum benzinbetriebenen Verbrenner je nach individueller Konstellation um 620 € oder mehr in einem Jahr senken könnt.

1) öffentliches Laden
    • Geheimtipp – vielleicht gibt es ja auch in eurer Gegend noch öffentliche Ladesäulen bei denen man kostenlos das Elektroauto laden kann? In Leipzig sind hier die Typ-2-Stecker – Ladesäule im Globus Wachau als auch die im Paunsdorf Center 1. Etage im Parkhaus zu nennen! Oder ihr nutzt die kostenlose LIDL ECHARGE App und tankt den kostenlosen Strom während des Einkaufs.
    • Preisvergleich für das Laden an öffentlichen Ladesäulen in den genannten Apps durchführen um für euer Elektroauto die Stromkosten zu senken. Entscheidet euch nach eurem individuellem Fahrverhalten, ob sich das Adhoc laden oder der Abschluss eines Tarifs / einer Ladekarte eures örtlichen Energieversorger oder anderem EMP lohnt.
    • Tipp: keine App bildet alle Ladesäulenbetreiber ab und gerade bei Langstrecke lohnt sich vorher ein Blick in die verschiedenen Apps zu werfen, wenn man günstig Laden möchte.
2) Laden auf Arbeit
    • Fragt euren Chef nach günstigen Lademöglichkeiten auf Arbeit.
3) Laden zu Hause
    • Mieter sind in der Regel darauf angewiesen, über ihren Vermieter zu gehen, um die Kosten des Autostroms für das Laden des Elektroautos zu erfahren / zu beeinflussen.
    • Eigenheimbesitzer, die sich selbst um den Stromtarif für das zu Hause Laden des Elektroautos kümmern können, haben den Vorteil, nach einem Preisvergleich einen Versorgerwechsel durchführen zu können, um die Stromkosten ihres Elektroautos zu senken.
    • Ihr habt die Möglichkeit, längerfristige Stromtarife abzuschließen und könnt euch damit besser vor starken Preisschwankungen im Vergleich zum Tanken von Benzin oder Diesel an der Tankstelle absichern.

Falls euch dieser Artikel gefallen hat, bitte ich euch den Blog elektroautofahrer.net weiterzuempfehlen.

Für alle, die den Artikel zur THG-Quote noch nicht kennen und wissen, dass man hier als Elektroautofahrer den Vorteil hat über 300 € im Jahr verdienen zu können, empfehle ich diesen Artikel:

Historie Stromkosten Vergleich Elektroauto vs. Kraftstoffkosten Verbrenner

Stand Juli 2022 

Aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise bei Strom und Kraftstoff im Jahr 2022 wurde der Stromkostenvergleich der Elektroautos mit den Verbrennern aktualisiert. Der Vergleich beinhaltet den temporär gültigen Tankrabatt der Verbrenner.
Der Stromverbrauch der Elektroautos (20 kWh) und der Kraftstoffverbrauch von Benzinern (7,8 Liter) sowie Dieselfahrzeugen (7 Liter) pro 100 km wurde im Vergleich zur letzten Auswertung beibehalten.

Da noch keine Jahresdurchschnittswerte zur Verfügung stehen, wurden folgende Stromkosten für Elektroautos und Kraftstoffkosten für Verbrenner inkl. MwST angesetzt:

  • Verbrenner Benzin E10 – 1,90 € je Liter
  • Verbrenner Diesel – 2,00 € je Liter
  • Elektroauto öffentliche Ladesäule Schnelllader – 0,62 € je kWh
  • Elektroauto öffentliche Ladesäule Normallader – 0,49 € je kWh
  • E-Auto zu Hause laden – 0,40 € je kWh
  • E-Auto zu Hause laden mit eigener Photovoltaik-Anlage – 0,0624 € je kWh für die entgangene Einspeisevergütung

Beim Preis der Autostromtarife für die Schnellladsäulen wurden
EWE im Tarif EWE Go mit 52 ct/kWh, EnBW im Standard Tarif mit 55 ct/kWh und IONITY im IONITY DIRECT mit 79 ct/kWh berücksichtigt.

Im Dschungel von Schnellladetarifen mit diversen Ladekarten oder Ladeapps wurden Autostromtarife mit Adhoc-Laden
oder mit vorheriger Registrierung verglichen.

Stromanbieter der Schnellladesäulen für euer Elektroauto mit Vertragsbindung, monatlicher Grundgebühr, Blockiergebühr oder
abweichenden Roamingtarifen sind nicht im Vergleich enthalten.

Fazit Stromkosten Vergleich Elektroautos mit Verbrenner

Trotz Tankrabatt ist der Vorsprung zwischen den Stromkosten des Elektroautos und den Kraftstoffkosten des Verbrenners weiter hoch!

👍 Der finanzielle Vorteil eines Elektroautos an öffentlicher Ladesäule (Normallader) geladen im Vergleich zum benzinbetriebenen Verbrenner beträgt auf 10.000 km gerechnet 502 €.
👍👍 Beim Vergleich des Benziners mit einem zu Hause geladenem Elektroauto ohne Photovoltaikanlage beträgt der Vorsprung sogar 682€.
👍👍👍 Wer es theoretisch schafft, sein Elektroauto zu 100 % mit seiner im Juli 2022 gebauten PV-Anlage zu laden, spart auf 10.000 km ganze 1.357 € im Vergleich zum Benziner.

Wir werden sehen, wohin die Reise nach Wegfall des Tankrabatts Ende August 2022 oder den geplanten Neuerungen bei der Einspeisevergütung geht! Wenn ihr informiert bleiben wollt, schaut öfters vorbei oder folgt mir auf LinkedIn, Xing oder Instagram!

Stand Dezember 2021

  Verbrenner Benzin Verbrenner Diesel Elektroauto öffentliche Ladesäule Schnelllader Elektroauto öffentliche Ladesäule Normallader E-Auto zu Hause laden E-Auto zu Hause laden mit eigener PV-Anlage
Verbrauch pro 100 km Reichweite 7,8 Liter 7 Liter 20 kWh*
Kosten pro Einheit 1,634 € je Liter 1,537 € je Liter 0,49 € je kWh 0,39 € je kWh 0,3262 € je kWh 0,0683  € je kWh
Preis in € pro 100 km Reichweite 12,75 € 10,76 € 9,80 € 7,80 € 6,52 € 1,37 €
*Anmerkung Tabelle:

Es handelt sich hierbei NICHT um einen Vollkostenvergleich für die Anschaffung, Wartung, Steuer, Versicherung etc. der Autos. Bei der Angabe des Durchschnittsverbrauchs des Elektroautos von 20 kWh auf 100 km bin ich sehr konservativ herangegangen – andere Portale rechnen hier mit Richtung Elektromobilität wohlwollenderen 15 kWh je 100 km. Falls ihr einen besonders sparsamen Verbrenner habt, stelle ich euch bei Bedarf in Zukunft gern einen Onlinerechner zur Verfügung um eure individuellen Kosten zu berechnen 😀 – schreibt mich gern unter info@elektroautofahrer.net an.

Einspeisevergütung PV Anlage bis 10 kWp Nennleistung der PV-Anlage Stand Januar 2022. Höhe der Einspeisevergütung richtet sich nach der Nennleistung der PV Anlage und Registrierungsmonat bei der Bundesnetzagentur.

Fazit Dezember 2021

Die Kosten für den Autostrom sind im Vergleich zum benzinbetriebenen Verbrenner damit fast halbiert. Fährt man im Jahr 10.000 Kilometer, dann beträgt der Vorteil des Elektroautos, welches zu Hause oder an einer öffentlichen Normalladestationen geladen wurde ca. 500 – 620 € jährlich!

Rechnung für 10.000 km Reichweite:
(12,75 € – 6,52 € )*100 = 623 €
bzw.
(12,75 € – 7,8 €)*100 = 495 €

Tanke ich den Autostrom für das E-Auto komplett mit meiner eigenen PV-Anlage unter Berücksichtigung der aktuellen Einspeisevergütung, spare ich insgesamt ca. 1.138 € im Jahr.

Rechnung für 10.000 km Reichweite: (12,75 € – 1,37 €)*100 = 1.138 €

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